Gastbeitrag: Diät beginnt im Kopf

Autor: Dominik Baumgärtner

Biografie: 

Dominik Baumgärtner ist ein Journalist und arbeitet mit Hilfsmittelprofi und Medi-Paket: Pflege und Apothekenservice. Aktuell beschäftigt er mit dem Thema „Gesundheit“ und alles was in diesem Bereich passiert. Er interessiert sich für die neusten Forschungen und schreibt seine Beiträge in zugänglicher Form für breites Publikum

 

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In den letzten Jahren steigt die Anzahl der an Übergewicht erkrankten Menschen stetig an. Seit den 80er Jahren hat sich die Zahl verdreifacht, derzeit sind mehr als 1,9 Milliarden Erwachsene übergewichtig – ein alarmierendes Ergebnis.

 

Dauerhaftes Übergewicht und Fettleibigkeit kann schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen, wie etwa Inkontinenz, Herz- und Kreislaufbeschwerden und in einigen Fällen sogar Krebs.

 

Studien haben ergeben, dass nur 20 bis 30 Prozent es schaffen, das Gewicht nach einer Diät dauerhaft zu halten.

 

Was hat Abnehmen mit dem Gehirn zu tun?

Die meisten Menschen denken beim Thema Abnehmen an den Stoffwechsel und lassen das Gehirn außer Acht. Dabei geben die Hormone des Gehirns die verantwortlichen Impulse, die uns zum Essen greifen lassen. Wir empfinden Hunger, haben Verlangen, benötigen Energie für mehr Konzentration oder Motivation und je nach Stimmung verwenden wir die Nahrungsaufnahme auch als Belohnung oder Trost.

 

All das hat mit den Neurotransmittern in unserem Gehirn zu tun. In unserem Gehirn befinden sich etwa 86 Milliarden Nervenzellen, welche unentwegt miteinander kommunizieren. Diese Kommunikation erfolgt über chemische Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter. Diese sind entweder hemmend, sprich sie beruhigen das Gehirn oder erregend, indem sie das Gehirn stimulieren.

 

Die Neurotransmitter beeinflussen unser gesamtes Leben, angefangen bei unserer Stimmung, unseren Schlaf, die Motivation, unser Gedächtnis, unsere Libido uns sogar unser Gewicht. Gerät unser Neurotransmitterspiegel aus dem Gleichgewicht, senden die Nervenzellen falsche Signale und es kommt zu unerwünschten Symptomen, wie Stress, Schlafstörungen und eine falsche Ernährung.

 

Welche Neurotransmitter im Gehirn sind für ab- und zunehmen verantwortlich?

 

Die wichtigsten 4 Neurotransmitter, die sich auf den Fetthaushalt des Körpers auswirken können, sind

 

Dopamin (DOPE-AH-MEAN)

Acetylcholin (AH-SETTLE-COE-LEAN)

GABA (GAH-BAH)

Serotonin (SARAH-TONE-IN) und Melatonin

 

Während Dopamin und Acetylcholin zu den stimulierenden Hormonen zählen, wirken GABA und Serotonin eher entspannend und hemmend.

Nur wenn diese 4 Hormone ausgewogen miteinander in Verbindung treten, ist der Hormonhaushalt im Gleichgewicht.

 

Dopamin

Dopamin, auch das Genusshormon genannt, ist mitunter das wichtigste Hormon, um Fett zu verbrennen. Mithilfe dieses Hormons können wir Freude erleben, konzentriert und motiviert bleiben und sind energiegeladen. Personen mit einem niedrigen Dopaminspiegel versuchen diesen durch vermehrten Konsum von anderen stimulierenden Nahrungsmitteln, wie Schokolade oder Süßigkeiten auszugleichen. Jedoch führt dieser Ausgleich zu einem wiederholten Verlangen und infolgedessen zu einem übermäßigen Genuss an ungesunden Dickmachern.

 

Eine zu hohe Aufnahme an zuckerreichen Speisen stört den natürlichen Dopaminhaushalt, verzichten Sie daher auf zuckerhaltige Speisen und Getränke. Auch Stress verlangsamt die Dopaminproduktion, Entspannung in Form von Meditation, warmen Bädern oder Massagen tragen dazu bei, den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen.

 

Acetylcholin

Auch Acetylcholin ist energieproduzierendes Hormon, dass in erster Linie für die Merkfähigkeit verantwortlich ist. Menschen mit einem niedrigen Acetylcholingehalt haben ein schlechtes Gedächtnis und vergessen oft Namen oder Zahlen und verlegen Dinge.

 

Ein Baustein von Acetylcholin ist Cholin, welches hauptsächlich in Fett vorkommt. Darum sehnen sich Menschen mit einem Mangel an diesem Hormon häufig nach fettreichen Speisen.

 

GABA

Das Hormon GABA zählt zu den hemmenden und entspannenden Chemikalien im Gehirn, mit dessen Hilfe wir in der Lage sind, uns zu entspannen. Menschen mit einem hohen GABA-Gehalt haben weniger Stress und Sorgen und leiden nicht an Schlafschwierigkeiten. Ein niedriger GABA-Wert äußert sich der Unfähigkeit abzuschalten, Angstzuständen und vermehrter Nahrungsaufnahme. Personen mit einem GABA-Mangel neigen dazu in emotionalen belastenden Situationen, wie Stress, Unsicherheit oder Angst zu essen.

 

Serotonin

Das Serotonin hat ebenfalls eine hemmende Wirkung auf das Gehirn. Dieser Neurotransmitter beeinflusst wie wir uns fühlen und unsere Umwelt wahrnehmen. Wird Serotonin in der erforderlichen Menge produziert, schätzen wir uns selbst und sind zufrieden, wir haben Vertrauen in uns und die Welt. Bei einer mangelhaften Produktion dieses Hormons leiden wir vermehrt an Schlaflosigkeit, einem mangelnden Selbstwertgefühl und neigen zu Depressionen.

Um den Serotoninmangel auszugleichen, verlangt unser Körper nach Stärke und Salz, wie sie in Brot, Nudeln oder Knabbergebäck vorkommt.

Menschen mit einem niedrigen Serotoninwert leiden oft an Übergewicht, da das Verlangen nach Kohlenhydraten sehr stark ausgeprägt ist. Vor allem nachts greifen Betroffene häufig zu stärkehaltigen Nahrungsmitteln.

 

Möglichkeiten den Neurotransmitterspiegel wieder ins Gleichgewicht zu bringen

Für jedes der genannten Hormone gibt es verschiedene Möglichkeiten einen eventuellen Mangel auszugleichen.

 

Bei einem Defizit an Dopamin hilft eine ausreichende Proteinzufuhr aus Fleisch. Acetycholin kann durch ergänzendes Lecithin, welches in gesunden Fetten wie Fischöl, Eigelb, Avocados und Nüssen vorhanden ist, ausgeglichen werden.

Bei einem niedrigen Serotonin-Gehalt sollten Lebensmittel, die reich an Tryptophan sind, gegessen werden, dies sind vor allem Pute, Kakao, Ente und Huhn.

Einen Mangel an GABA können Lebensmittel mit Glutamin, Taurin, Inositol, Leucin und Theanin ausgleichen. Diese Nährstoffe kommen in Muscheln, Brokkoli, Bananen und Vollkornreis vor.

 

 

Das Gehirn auf Abnehmen programmieren und gesund an Gewicht verlieren

Nehmen wir uns die Neurotransmitter zu Hilfe, können wir unser Gehirn so programmieren, dass wir automatisch mehr Appetit auf gesunde Nahrungsmittel entwickeln und nicht mehr so oft zu süßen, fetten und stärkehaltigen Speisen greifen.

 

In erster Linie sollte auf der einen Seite die Energieaufnahme aus Zucker und schädlichen Fetten reduziert und auf der anderen Seite der Genuss von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen erhöht werden.

 

Eine langfristige Ernährungsumstellung aus komplexen Kohlenhydraten und einem hohen Protein- und Ballaststoffgehalt, die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen, verändern die Auswirkungen des Genusshormons Dopamin nachhaltig.

 

So empfinden Menschen nach einer gewissen Zeit gesunden Essen als Belohnung, wohingegen ungesunde Lebensmittel nur sehr wenig positive Gefühle erzeugen.

 

Eine Ernährungsumstellung ist oft nicht leicht. Wir müssen erst wieder lernen auf unseren Körper zu hören, denn er weiß im Grunde ganz genau, was wir brauchen.

Besonders in der Anfangsphase können fehlende Nährstoffe und Vitamine aufgrund von Diäten mit speziellen Trinknahrungen ausgeglichen werden. Lassen Sie sich hierzu am besten von Ihrem Arzt beraten.

 

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